Nerveneinengung

 

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Symptome / Diagnostik / Konservative und operative Therapie


Symptome:

 

Anfänglich besteht oft nur ein Spannungsgefühl der Hand. Erste Taubheiten werden oft bei spezifischen Belastungen der Hohlhand, z.B. beim Fahrradfahren, bemerkt. In der Folge nehmen die Symptome in wechselnder Geschwindigkeit zu. Oft bestehen erste realisierte Probleme in der Früh kurz nach dem Aufwachen mit Taubheit der durch den N. Medianus versorgten Finger (alle Finger außer dem Kleinfinger). Oft wird dies zunächst als "Einschlafen des Armes durch Daraufliegen" interpretiert. Mit Zunahme der Einklemmung treten gehäuft Probleme bereits in den frühen Morgenstunden (3-4 Uhr) mit Aufwachen zu dieser Zeit auf. Verschiedenste Techniken (Schütteln der Hände, Darauflegen mit dem Kopf, Lagerung der Hand erhöht) führen zur kurzfristigen Verbesserung, die leider aber oft nicht von langer Dauer ist. Dazu gesellen sich ziehende Schmerzen, welche von der Handfläche bis zur Schulter reichen können. Spätestens jetzt sollte ein kompetenter Spezialist aufgesucht werden. Dieser sollte sich nicht nur mit einer möglichen Nervenproblematik, sondern auch mit anderen, oft diese Diagnose begleitenden Symptomen (z.B. "Schnackelfingern") auskennen und neben der Diagnose auch gezielt notwendige weitere Spezialisten (z.B. Neurologen) hinzuziehen, anstatt mit einer Überdiagnostik, Verschleppung des Befundes oder mit einer vorschnellen Operation zu versuchen, das Problem anzugehen. Vertrauen – eine sehr schwierige Eigenschaft heutzutage – ist hier gefragt.

 

Wartet man länger ab, werden die Schmerzen unter Umständen wieder besser. Die Taubheit verschwindet jetzt auch tagsüber nicht mehr so schnell. Störungen beim feinen Greifen (Faden einfädeln etc.) fallen auf und eine Schwäche des Daumens mit Verschwinden der den N. medianus versorgenden Daumenmuskeln sind die Folge. Eine zunehmende Zerstörung des Nervs, welche ab einem gewissen Punkt nicht mehr umkehrbar ist, ist die Folge.

 

Diagnostik:

 

Neben der eingehenden Untersuchung inklusive Nerventestung, Ausschluss von Begleitproblemen ("Schnackelfingern") durch den Handchirurgen, wird dieser Sie zu einem Neurologen seines Vertrauens weiterverweisen, um das Ausmaß der Nervenschädigung zu erfassen.

 

Konservative Therapie:

 

Eine Schienung zur Nacht mittels einer speziellen Nachtlagerungsschiene kann helfen, das lästigste Problem der Erkrankung – den oft sehr störenden Nachtschmerz – zu lindern. Leider ist dies oft nur eine Behandlung eines Symptoms, bei der keine objektivierbare Verbesserung der Nerveneinengung erreicht wird. Ein gewissenhafter Handchirurg wird in diesem Stadium kaum versuchen, Sie zu einer Operation zu überreden. Bei genauer Beobachtung werden Sie selber spüren, wie nach einiger Zeit der positive Effekt durch weitere Zunahme der Einengung nachlässt. Auch ein Weglassen der Schiene wird meist prompt mit sofort wieder aufgetretenen Schmerzen quittiert, woran sich die ledigliche Kaschierung des Schmerzes durch die Schiene zeigt. Auch eine selten und nur vom Geübten vorzunehmende Kortisoninjektion in den Karpalkanal kann für ca. 6 Wochen deutliche Linderung bringen. Dies wird, wenn überhaupt, jedoch nur aufschiebend eingesetzt und nicht als definitive Therapie angesehen, zumal Injektionen in den Nerv als sehr unangenehm empfunden werden und sogar Nervenschäden zur Folge haben können.

 

Operative Therapie:

 

Für diese häufige Erkrankung gibt es diverse Operationstechniken und viele Therapeuten. Endoskopische Techniken konkurrieren mit "offenen" Verfahren, bei denen ein mehr oder minder langer Schnitt in der Hohlhand gesetzt wird. Wir entlasten den Nerv durch eine Mini-Inzision im Hohlhandbereich. Gegenüber endoskopischen Verfahren, welche einen nur unwesentlich kleineren Schnitt benötigen, gewährleistet dieses Vorgehen optimale Sichtkontrolle und damit Sicherheit. Zum einen ist der Nerv bei dieser Technik jederzeit zu sehen und es kann so auch auf anatomische Nervenverlaufsvarianten problemlos eingegangen werden. Zum anderen können – sehr wichtig – zusätzlich mögliche Wucherungen (z.B. über die Norm vermehrtes Sehnengleitgewebe) beseitigt werden, um eine Neuerkrankung wirksam zu verhindern. Die Schnittlänge gegenüber dem endoskopischen Verfahren durch die Haut entscheidet nicht über die Erholungszeit, sondern das Ausmaß der Banddurchtrennung. Eine Ruhigstellung ist allenfalls für einige Tage notwendig. Am Abend des Eingriffs können die Finger der betroffenen Hand bereits für einfache Tätigkeiten ohne Kraftaufwand gut eingesetzt werden. Auch Alleinstehende kommen nach dem Eingriff problemlos zu recht – auch in höherem Alter! Unsere Operationstechnik wird – sofern Sie es nicht anders wünschen – meist ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt. Das oft gefürchtete Betäuben des gesamten Armes oder eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Rasches Erholen von der Operation und eine Normalisierung der Nervenfunktion (wenn ein nicht zu weit fortgeschrittener Befund bestand) wird in nahezu allen Fällen erreicht. Ein Wiederauftreten des Befundes an derselben Hand ist lediglich bei Dialysepatienten und selten bei Diabetikern zu erwarten.